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Schulfenster NRW
Mit dem Blick durch das „Schulfenster NRW“ wird die Stiftung Partner für Schule NRW den Besucherinnen und Besuchern ihrer Internet-Seite künftig Eindrücke vom Schulalltag aus nordrhein-westfälischen Schulen vermitteln. Durch die monatlichen Schulportraits sollen insbesondere innovative Konzepte im Bereich des Übergangs von der Schule in den Beruf sowie zum Ganztagsbetrieb vorgestellt werden. Den Anfang macht die Kopernikusschule, eine Ganztagshauptschule aus dem Kölner Stadtteil Porz.
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Schulfenster 1:
Im Einsatz für mehr Ausbildung - Die Kopernikusschule Köln-Porz
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Es wird gefeilt, geschliffen und geklebt. Weißer Staub wirbelt auf, Jugendliche sind mit Werkzeug in den Händen an großen grauen Quadern zu Gange. Emsiges Treiben herrscht an der „Praxisstation" für die 17 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8-10 der Kölner Kopernikusschule, die sich freiwillig zur Teilnahme an „work@school“ gemeldet haben. Im Rahmen des Pilot-Projekts erlernen die Jugendlichen seit den Sommerferien 2006 in einem hergerichteten Werkraum auf dem Schulgelände das Bearbeiten von Gipskartonplatten. |
Aber den Jugendlichen werden nicht nur Inhalte vermittelt, die für den Ausbildungsgang des Stuckateurs relevant sind. Auch der generelle Umgang mit Materialien und Werkzeugen, das Einrichten und Aufräumen eines Arbeitsplatzes, das konzentrierte Arbeiten in der Gruppe und ein Gefühl für die Zeit- und Arbeitsläufe im Berufsleben wird ihnen von „echten“ Auszubildenden lokaler Stuckateursbetriebe näher gebracht. Kenntnisse und Fähigkeiten also, die sie nach ihrem Schulabschluss für potentielle Ausbildungsbetriebe interessant machen könnten. Denn allein mit einem Hauptschulabschluss in der Tasche haben die Schülerinnen und Schüler der Kopernikusschule auf dem heutigen Arbeitsmarkt schlechte Karten.
Um das zu ändern, engagiert sich das gut 40-köpfige Kollegium der im Kölner Stadtteil Porz gelegenen Hauptschule besonders im Bereich des Übergangs aus der Schule in den Beruf. Vielseitige Angebote zur Berufswahlorientierung und qualifizierung für die 420 Schülerinnen und Schüler sollen den Einstieg in die Ausbildung oder wenigstens in weiterqualifizierende Maßnahmen erleichtern.
| „Noch vor drei, vier Jahren betrug die Vermittlungsquote unserer Jugendlichen in feste Ausbildungsverhältnisse rund 40 Prozent, inklusive der fünf bis sechs Schülerinnen und Schüler, die aufs Gymnasium wechselten um Abitur zu machen. Im letzten Jahr waren es dann nur noch nur rund zehn Prozent unserer Jungs und Mädchen, die direkt nach dem Abschluss einen Ausbildungsplatz gefunden haben“, erläutert Rita Wohlgemuth, seit 9 Jahren Schulleiterin der Kopernikusschule, die momentane Problematik an ihrer Schule. |
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Von der Qualifikation ihrer Schülerschaft ist sie fest überzeugt: „Ich halte rund 80 Prozent unserer abgehendenSchülerinnen und Schüler für ausbildungsreif. Da ist eine so geringe Vermittlungsquote natürlich sehr bedauerlich.“ .
„Restschule“ Hauptschule?
Von einer „Restschule Hauptschule“ will die erfahrene Pädagogin nichts wissen: „Unsere Hauptschülerinnen und Hauptschüler haben zahlreiche Talente und Fähigkeiten, die man nur zu Tage fördern muss. Umgekehrt muss man den Betrieben und Unternehmen bewusst machen, was für hervorragende Auszubildende auch von einer Hauptschule kommen können“, so Wohlgemuth. Eines dieser jungen Talente ist Jens Weiser. Innerhalb des „work@school“-Projektes kam der 16-jährige zum ersten Mal mit dem Stuckateurshandwerk in Berührung. „Eigentlich wollte ich Dachdecker werden. Oder Schornsteinfeger. Den Beruf des Stuckateurs kannte ich gar nicht. Erst durch das Programm an unserer Schule bin ich auf den Ausbildungsgang aufmerksam geworden und hab´ gemerkt, dass das was für mich ist “. Jetzt seien ihm schon zwei Ausbildungsplätze bei lokalen Stuckateursbetrieben angeboten worden. Einen davon werde er mit Sicherheit annehmen.
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Kleine Erfolge auf einem langen Weg. Neben dem Engagement bei „work@school“, das betreut und organisiert wird von dem Kooperationsmanagement Schule Wirtschaft des Schulamts für die Stadt Köln und dem Verein Con Action, bemüht sich die Schule vor allem um langfristige Unternehmenspartnerschaften. So pflegt die Kopernikusschule seit nun schon gut sechs Jahren eine Lernpartnerschaft mit dem Maschinen- und Werkzeughersteller Schütte. Das Kölner Traditionsunternehmen bietet den Schülerinnen und Schülern Betriebsbesichtigungen und Praktikumsplätze an. |
Mehrere Jugendliche der Kopernikusschule, mit guten Noten in Mathe und Physik, haben durch die Kooperation bereits einen Ausbildungsplatz bei dem Unternehmen ergattern können. Weitere Lernpartnerschaften bestehen mit dem Praktiker-Baumarkt, dem kroatischen Gastronomie- und Hotelgewerbe sowie dem Kölner Handwerkerinnenhaus. „Viele Kontakte zur Wirtschaftswelt sind für unsere Schülerinnen und Schüler immens wichtig“, meint Wohlgemuth. „Zum Einen um Ihnen die Schwellenangst zu nehmen, die der Übergang vom sicheren Umfeld Schule in die noch unbekannte Arbeitswelt auslöst. Zum Anderen, um Ihnen Berufsfelder und Ausbildungsgänge aufzuzeigen, die sie ansonsten nicht kennen lernen würden“, hält die Schulleiterin fest.
Chance Ganztagsbetrieb
Mit dem laufenden Schuljahr begann an der Hauptschule der Ganztagsbetrieb. 54 Schülerinnen und Schüler der Kopernikusschule werden jetzt täglich bis Viertel vor vier unterrichtet, betreut und gefördert. Nach sechs Stunden Unterricht haben die Kinder eine Stunde Pause und die Möglichkeit, ein warmes Mittagessen zu bekommen. Lieferant ist der Caterer des Krankenhauses Köln-Kalk, der hungrigen Schülerinnen und Schülern täglich zwei Menüs anbietet.Der Nachmittagsbetrieb steht dann ganz im Zeichen der „individuellen Förderung“.
| Die Kinder werden in Kleingruppen betreut, in denen ihre persönlichen Schwächen und Stärken in einzelnen Fächern ausgeglichen oder unterstützt werden. Außerdem können Schülerinnen und Schüler ihre Talente und Fähigkeiten in einer Schulgartengruppe, in einer Bibliotheksgruppe oder auch in einer Hauswirtschaftsgruppe entdecken. Eine Besonderheit bildet die Gruppe „Soziales Lernen“, in der sich Vertreterinnen und Vertreter des Kölner Jugendamts um schwierige Kinder kümmern. |
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Der Ganztagsbetrieb wurde an der Schule als Chance begriffen und daher ohne Scheuklappen angegangen: „Die Unterstützung für das „Projekt Ganztag“ war im Kollegium von Anfang an relativ groß. Durch die Arbeit in unserem Wahlpflichtbereich und durch ihr Engagement in AGs kannten die meisten Kolleginnen und Kollegen das Unterrichten am Nachmittag bereits“, erklärt Rita Wohlgemuth. „Organisatorisch haben wir das Glück gehabt, dass die Stadt Köln für uns Räumlichkeiten der alten belgischen Schule angemietet hat. So wurde deren alte Turnhalle unsere neue Mensa. In Zukunft wird es aber einen kompletten Umbau der Schule geben der auch dringend nötig ist!“, so die Schulleiterin weiter. Liegt die Durchführung des Ganztagsbetriebs hauptsächlich in den Händen des Kollegiums, so geht es dennoch nicht ganz ohne externe Kräfte: Eine Schulsozialarbeiterin und zwei Studentinnen unterstützen tatkräftig den Förderunterricht und die Gruppenarbeit.
Die Schule bewegt sich
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Aus Sicht der Schulleiterin fällt das bisherige Fazit des Ganztagesbetriebs durchaus positiv aus. Die Schülerinnen und Schüler der jetzigen fünften Klassen entwickelten mehr Teamgeist und könnten sich schneller in das „System Hauptschule“ einfügen. Zudem würden die Eltern entlastet werden, das Klima in zum Teil schwierigen Elternhäusern würde sich verbessern. Im Bereich des Übergang aus der Schule in den Beruf bekommt die Schule neue Impulse durch die Teilnahme am Projekt „Fit für die Ausbildung“, in dessen Rahmen die neuen Ganztagshauptschulen in NRW mit professionellen Coachings, erprobten Konzepten im Bereich Berufswahlorientierung und qualifizierung sowie durch Projektmanagementkurse unterstützt werden. Zugleich stellt der Ganztagesbetrieb aber auch Lehrerinnen und Lehrer vor neue Aufgaben: „Sie müssen ein neues Berufsethos entwickeln und eine Verlagerung ihrer bisherigen Arbeit hin zu mehr sozialpädagogischer und erzieherischer Tätigkeit akzeptieren. Wenn dies gelingt, wird der Ganztagesbetrieb unserer Schülerklientel bestimmt am besten gerecht“ hält Wohlgemuth fest. |
Vieles ist also in Bewegung. Doch bevor die Herausforderungen der Zukunft an der Kopernikusschule in Köln-Porz mit viel Elan angegangen werden, steht zunächst einmal ein großes Fest auf dem Programm. Das Jubiläum zum fünfzigjährigen Bestehen der Schule steht ins Haus und wird mit zahlreichen Veranstaltungen und Feierlichkeiten gewürdigt.
| Die Kopernikussschule, Köln-Porz: |
Schulform: |
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Hauptschule |
Schülerzahl: |
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420 |
Kollegiumsstärke |
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40 |
Schulleiterin: |
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Rita Wohlgemuth |
Ganztagsbetrieb seit: |
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2006/2007 |
Partnerschaften: |
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• Stuckateur-Innung Köln und mehrere Stuckateursbetriebe • Schütte GmbH, Köln • Praktiker Baumarkt, Köln-Porz
• Handwerkerinnenhaus Köln
• Verband des kroatischen Gastronomie- und Hotelgewerbes
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Vermittlungsquote in Ausbildung: |
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ca. 10 % |
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Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund:
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ca. 60% |
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Ansprechpartner Stiftung Partner für Schule NRW: Adrian Pickshaus
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| Weitere Informationen zum Projekt
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