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Studie: Angehende Lehrer sind sozial kompetenter als ihr Ruf

News vom 17.04.2012

Lange Ferien, ein hohes Maß an sozialer Sicherheit, viel Freizeit – das sind Motive, die denjenigen häufig unterstellt werden, die auf den Lehrerberuf zusteuern. Von Berufung, gar von einer besonderen Begabung zur pädagogischen Arbeit ist selten die Rede. So geistert das Bild menschenscheuer und in sich gekehrter Beamtenanwärter durch die Welt, wenn von angehenden Lehrern die Rede ist.


Der Erziehungswissenschaftler Martin Rothland wollte wissen, ob an solchen Vorurteilen etwas dran ist. Dazu befragte er knapp 1000 Lehramtsstudierende verschiedener Universitäten sowie zum Vergleich Studierende der Rechtswissenschaft und der Medizin. „Bisherige Studien bezogen sich nur auf Lehramtsstudierende. Die Frage, ob angehende Lehrkräfte gerade im Bereich der sozialen Kompetenzen typische Defizite aufweisen, lässt sich aber nur im Vergleich mit anderen Studierendengruppen beantworten", so erklärt der Wissenschaftler.


Er befragte die Studierenden zu ihrer Selbsteinschätzung in den Bereichen Kooperationsfähigkeit, soziale Verantwortung, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit und situationsgerechtes Auftreten. Ergebnis: Die künftigen Lehrer weisen sehr ausgeprägte soziale Fähig- und Fertigkeiten auf. Die Lehramtsstudierenden seien im Vergleich zu Medizin- und Jurastudenten weitaus kooperativer.


Persönliche Schwächen sähen vor allem die Studentinnen bei der Empfindlichkeit gegenüber sozialer Frustration, gefolgt von der Entwicklung der Selbstbehauptung und Konfrontationskompetenz. Bei der Ausbildung ihrer sozialen Kompetenzen würde das Studium allerdings helfen. „Der Grad des wahrgenommenen Kompetenzzuwachses ist nicht besonders hoch, aber die Studierenden sehen durchaus, dass ihre sozialen und kommunikativen Fähigkeiten durch das Studium zunehmen", sagt Rothland. „Es stellt sich allerdings die Frage: Wird das systematisch vermittelt, oder ist die Weiterentwicklung sozialer Kompetenz eher ein Nebenprodukt der Arbeit in Seminaren oder der Kooperation in studentischen Arbeitsgruppen?"


So ist für den Erziehungswissenschaftler klar, dass es in der ersten Phase der Lehrerbildung noch Entwicklungsbedarf in puncto sozialer Kompetenz gibt. „Im Studium der Rechtswissenschaften sowie der Humanmedizin", betont Rothland, „erscheint dieser Entwicklungsbedarf allerdings wesentlich höher."


Quelle: Universität Münster





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