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Mitkommen statt Sitzenbleiben

News vom 08.05.2009

Ein Schuljahr wiederholen zu müssen, ist für alle Betroffenen ein Graus. Schülerinnen und Schüler werden aus ihrer vertrauten Klasssengemeinschaft gerissen, für das System Schule hingegen sind die unnötigen "Ehrenrunden" extrem kostspielig. Um dem Problem dauerhaft entgegenzuwirken, haben das nordrhein-westfälische Schulministerium, der Verband Bildung und Erziehung, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der Philologen-Verband sowie der Verein katholischer deutscher Lehrerinnen im letzten Jahr die Initiative "Komm mit! Fördern statt Sitzenbleiben" ins Leben gerufen. Am vergangenen Dienstag (5. März 2009) zogen die Partner in Düsseldorf eine positive Zwischenbilanz.


So lassen sich bereits erste Erfolge der Initiative, die von der Stiftung Partner für Schule NRW unterstützt wird, erkennen: Statt der ursprünglich geplanten 300 Schulen beteiligen sich an "Komm mit!" nun insgesamt 412 weiterführende Schulen. Die Anzahl nicht versetzter Schülerinnen und Schüler ist in diesem Schuljahr weiter gesunken. Die Quote liegt jetzt bei 2,7 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem Beginn des Erhebungszeitraums 1997/98. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie damit um 0,4 Prozentpunkte gesunken. Dies entspricht einer Reduzierung um 15 Prozent. Um diesen positiven Trend fortzusetzen und zu verstärken, arbeiten die 412 "Komm mit!"-Schulen, an guten Beispielen gelingender individueller Förderung, die die Sitzenbleiberquote weiter reduzieren helfen und die auch auf andere Schulen übertragbar sind.


Schulministerin Barbara Sommer sagte am Rande des Treffens mit den Lehrerverbänden: "Das Sitzenbleiben ist häufig eine pädagogisch kaum weiterführende Maßnahme. Gute Schulen zeichnen sich dadurch aus, dass sie beides schaffen: Begabung zu fördern und Unterstützung zu bieten, wo immer dies nötig ist. Wir werden die Zahl der Nichtversetzungen dauerhaft nicht über Appelle und Vorschriften reduzieren können, sondern müssen uns genau ansehen, wo die Schwierigkeiten der Schulen und der Schüler wirklich liegen. Mit der Initiative ´Komm mit!´ geben wir Impulse für einen Wandel hin zur Individualisierung des Lernens und weg vom Instrument des Sitzenbleibens." Schulministerin Barbara Sommer und die Vertreter der Lehrerorganisationen sind sich einig, dass es im weiteren Projektverlauf nun vorrangig darum gehen müsse, den teilnehmenden Schulen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie eine erhöhte Versetzungsgefährdung erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen können. Dies wird ermöglicht durch einen Vergleich der eigenen Sitzenbleiberquoten oder der Minderleistungen in einem bestimmten Unterrichtsfach mit den Daten von anderen Schulen. So können gezielte Fördermaßnahmen entwickelt werden.


Gemeinsam beschlossen die Partner, das Projekt zum Schuljahr 2009/2010 auszuweiten. Weitere 400 weiterführende, allgemein bildende Schulen können sich bis zum 15. September 2009 beim nordrhein-westfälischen Schulministerium bewerben. Auch die neuen Schulen erhalten eine Unterstützung im Umfang von 0,3 Lehrerstellen zur Ausrichtung ihrer Förderpraxis im Sinne des Projekts.


Quelle: Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen





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