Während des Modellprojekts ist eine Praktikumsagentur aufgebaut worden.
Die Agentur stellte Lehrerinnen und Lehrern ein vielfältiges Angebot an Praktikumsplätzen in Unternehmen bereit und vermittelte auf Wunsch einen Praktikumsplatz.
Die Agentur verfügte über Kontakte zu Betrieben und Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen in NRW (Firmenpool).
Die Lehrerinnen und Lehrer wurden von erfahrenen Mitarbeiterinnen der Agentur bei der Vorbereitung und Durchführung ihres Betriebspraktikums individuell beraten und begleitet.
Aus Feedback-Gesprächen
mit Lehrerbetriebspraktikant/innen haben wir
an dieser Stelle einige Statements zusammengestellt.
Nutzen Sie die Praktikumserfahrungen als Anregung für Ihr eigenes
Lehrerbetriebspraktikum!
Lehrer absolviert einwöchiges Betriebspraktikum in einem Essener Möbelhaus
„Ich hatte den Wunsch, einen möglichst großen Überblick über das Unternehmen und die dortigen Arbeitsabläufe zu erhalten und kann sagen, dass sich meine Erwartung voll erfüllt hat. In den fünf Tagen habe ich eine Betriebsbegehung mitgemacht, die Bereiche Logistik, Marketing und Verkauf kennen gelernt, aktiv mitgearbeitet und mich mit Auszubildenden, den Mitarbeitern verschiedener Abteilungen, Abteilungsleitern und Personalverantwortlichen unterhalten. Ich wurde u. a. über Anforderungen in der Ausbildung, Weiterbildungsmöglichkeiten und betriebliche Strukturen informiert. Mehr kann man in einer Woche nicht erwarten. Ich würde ein solches Praktikum jeder Lehrkraft weiter empfehlen.“
Lehrerin absolviert einwöchiges
Betriebspraktikum in verschiedenen Bereichen
eines Kölner Hotels
"Ich wollte wissen wie
es zurzeit in der Arbeitswelt läuft, welche
Erwartungen und Anforderungen an Auszubildende
gestellt werden und wie die Karrieremöglichkeiten
aussehen. Ich habe gelernt, dass sich in der
Arbeitswelt sehr viel verändert hat; welche
Lehrkraft könnte seinen Schüler/innen
wohl den Tipp geben, dass Bewerbungen per E-Mail
bei den Unternehmen heutzutage sehr gerne gesehen
sind? Während meines Praktikums hatte ich
die Möglichkeit, den gesamten Hotelbetrieb
mit all seinen verschiedenen Bereichen kennenzulernen
und mich aus erster Hand über
Möglichkeiten und Erwartungen zu informieren.
Die zahlreichen Erkenntnisse aus dieser Woche
werde ich an meine Schüler/innen weitergeben
und sie besser bei den Vorbereitungen auf das
Berufsleben unterstützen können. Aufgrund
meiner begeisterten Darstellung sind nun etliche
Kolleg/innen daran interessiert, ebenfalls ein
Praktikum zu absolvieren."
(Eine Lehrerin)
Lehrerin absolviert einwöchiges
Betriebspraktikum in einer Hotelküche in
Essen
"Meine Erwartungen an
das Praktikum habe ich anfangs gar nicht so
hoch geschraubt. Mir war klar, dass mir in der
Hotelküche keine zentral verantwortlichen
Aufgaben übertragen werden. Ich habe klein
angefangen, wollte einen Rollentausch praktizieren.
In der Schule stehe ich jeden Tag vor der Klasse.
Hier, in meinem Praktikum, wollte ich die Rollen
tauschen. Bei meiner Arbeit in der Hotelküche
ist das sehr deutlich geworden.
Ich habe gelernt, dass gerade im Hotelwesen
die Sekundärtugenden eine ganz wichtige
Rolle spielen: Disziplin, Durchhaltevermögen,
auch Eigeninitiative muss man hier zeigen. Und
das Arbeitstempo ist sehr hoch. Ich kam mir
vor wie eine Schnecke. In der Küche wurde
regelrecht der Küchentango getanzt, total
schnell gearbeitet. Ich habe mitbekommen, dass
das Hotelwesen eventuell für "schulmüde"
Jugendliche geeignet wäre, die mit einem
guten Zeugnis nach der 10. oder 11. Klasse die
Schule verlassen wollen. Für die wäre
das hier eine interessante Sache, denn hier
wird man gefordert. Auszubildende müssen
hier total flexibel sein. Darüber werde
ich meine Schüler/innen informieren. Außerdem
habe ich die Ausbildungsleiterin des Hotels
zu der Berufsinformationsbörse in unsere
Schule eingeladen." (Eine Lehrerin)
(siehe auch Radiobeitrag
der Deutschen Welle, 01/2005)
Eine Lehrerin
berichtet nach einem einwöchigen Betriebspraktikum
in einem Hotel in Köln
"Ich habe an allen
fünf Tagen aktiv mitgearbeitet. Ich habe
in meinem ganzen Berufsleben noch nie irgendwo
ein Praktikum in einem Unternehmen gemacht.
Das war das erste Mal und es war eine super
interessante Erfahrung. Als Praktikantin muss
man sich selbst einbringen, Selbstbewusstsein
zeigen, initiativ sein, Interesse zeigen, aufmerksam
sein. Das wird von den Schüler/innen in
ihrem Betriebspraktikum auch verlangt. Jetzt
war ich selbst in der Rolle. Positiv ist auch,
dass durch mein Praktikum ein enger Kontakt
zu dem Unternehmen entstanden ist. Wir planen
nun beispielsweise eine gezielte und praxisorientierte
Berufsinformation zum Ausbildungsberuf "Hotelfachfrau/mann"
in Zusammenarbeit mit dem Hotel vor Ort in unserer
Schule."
Eine Lehrerin
berichtet nach einem einwöchigen Betriebspraktikum
in einem Einzelhandelsunternehmen in Köln
"Mir hat mein Praktikum
großen Spaß gemacht. Ich wollte
die Ausbildungsberufe "Verkäufer/in"
und "Lagerist/in" praktisch kennen
lernen, vor allem auch die körperliche
Komponente: Wie ist die Belastung an einem 8-Stunden-Tag?
Wie kommt man mit den Arbeitskolleg/innen zurecht?
Wie muss man mit der Kundschaft umgehen? Ich
habe erfahren, dass man in diesen Berufen körperlich
fit sein muss, Leiter rauf, Leiter runter, einige
Artikel sind teuflisch schwer, den ganzen Tag
auf den Beinen. Man muss sehr gut strukturiert
arbeiten können. Das ist keine leichte
Aufgabe. Das werde ich mit meinen Schüler/innen
nun verstärkt üben: Strukturiertes
Arbeiten, das systematische Lösen von Aufgaben.
All das müssen sie später im Berufsleben
können."
Bei Fragen zur Praktikumsagentur wenden Sie sich bitte an:
Stiftung Partner für Schule NRW, Düsseldorf
E-Mail: post@partner-fuer-schule.nrw.de
Tel. (0211) 9 13 12 –600
oder
Küpper
Sozialforschung® & Consulting GmbH, Köln
E-Mail: info@kueso.de
Tel: 0221 466771