Projektförderer
Info kompakt
Die Broschüre zum Unternehmenspreis 2010
"Wir wollen:Partnerschaft. Berufswahl. Selbstständigkeit - Wirtschaft aktiv erleben."
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Partnerschaft des Monats März 2010
Ob Mathematik auf der Baustelle oder Kunst am Bauwagen – die preisgekrönte Lernpartnerschaft zwischen der STRABAG-AG und der Gemeinschaftshauptschule Gürzenich fördert Hand und Verstand.
Geboren wurde die Partnerschaft zwischen dem Konzern und der Hauptschule im Lions Club. Thomas Nyhsen, Niederlassungsleiter der STRABAG AG in Nörvenich, und Christa Zündorf, Mitarbeiterin des Kooperationsnetzes Unternehmen der Region und Schulen (KURS), haben sich dort kennen gelernt. Zündorf war gerade auf der Suche nach einem passenden Kooperationspartner für die Gemeinschaftshauptschule Gürzenich (GHS) in Düren. „Frau Zündorf hatte den Eindruck, dass die Chemie zwischen Nyhsen und mir stimmen könnte“, sagt Kurt Vermaaten, Schulleiter der GHS Gürzenich. Sie sollte Recht behalten. Das Vertrauen beruhte auf Gegenseitigkeit. In diesem Jahr wird das gemeinsame Kind – die Kooperation – fünf Jahre alt.
Beim ersten Vorbereitungstreffen im Mai 2005 füllten die Partner zunächst ihren „Themenspeicher“ auf. Sie entwickelten Kooperationsideen und planten Aktionen für die Zukunft. Um den „hohen Stellenwert“ der Zusammenarbeit nach außen zu demonstrieren, setzten das Unternehmen und die Schule einen Kooperationsvertrag auf. Ziel: den Jugendlichen in verschiedenen Jahrgangsstufen und Fächern ein Modell der unternehmerischen Arbeitswelt zu vermitteln. Seit Beginn der Lernpartnerschaft finden jährlich Treffen zwischen Mitarbeitern von STRABAG, KURS und der Hauptschule statt. Dabei werten die Beteiligten auch aus, wie erfolgreich die bisherigen Aktionen waren.
Mathe auf der Baustelle
Die beste Idee für den Themenspeicher lag auf der Straße. Sie lautet „Mathematik auf der Baustelle“ und ist ein Projekt im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts Mathematik für Schülerinnen und Schüler der zehnten Jahrgangsstufe. Dieses Projekt ist Vermaaten zufolge Dreh- und Angelpunkt der Kooperation geworden. Die Lernbedingungen sind wahrlich günstig, die Projektgruppe besteht im Schnitt aus nicht mehr als acht bis 14 Schülerinnen und Schülern. Peter Frohn, 40, Kalkulationsleiter der STRABAG-Niederlassung in Düren, und Mathematiklehrer der GHS Gürzenich unterrichten die Jugendlichen gemeinsam. Auf dem Bau vermessen sie mit den Jungen und Mädchen das Gelände. Die Schülerinnen und Schüler berechnen Flächen und Volumen, lernen, maßstabsgerecht zu zeichnen und Kosten zu kalkulieren: „Was kostet es, mit einem Bagger 100 Kubikmeter Erde auszuheben?“ Gekrönt wird die Übung damit, dass die Hauptschülerinnen und Hauptschüler am Ende eine Rechnung schreiben.
Die STRABAG-AG stellt der Hauptschule jedoch nicht nur Personal zur Verfügung. Auch sächliche Mittel steuert das Unternehmen bei. So hat der Konzern der Hauptschule einen Bauwagen geschenkt, damit ihn die Jungen und Mädchen im Kunstunterricht verzieren können. STRABAG hat auch dabei geholfen, das Schulgelände zu verschönern. Diese Kooperation, die Bildung ganzheitlich fördert, erschien der Hauptschule bedeutend genug, dass sie sich Chancen beim Unternehmenspreis 2008 ausrechnete – und das Projekt anmeldete.
Wie ein Sechser im Lotto
Tatsächlich war die Auszeichnung der Kooperation mit dem Unternehmenspreis „Wir wollen: Wirtschaft für Schule in NRW“ Wasser auf die Mühlen der beiden Partner. Die STRABAG AG Nörvenich siegte im Jahr 2008 in der Kategorie „Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten“. Der Preis zog weite Kreise: „Die Auszeichnung hat uns stolz gemacht – bis in die höchsten Stellen des Konzerns hinein“, sagt Peter Frohn. STRABAG sei sogar schon von Auftraggebern auf diese besondere Partnerschaft angesprochen worden. Indes - sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen kommt den Kooperationspartnern nicht in den Sinn.
Mit dem Unternehmenspreis haben die Kooperationspartner ihre Zusammenarbeit noch einmal verstärkt. Dieses Jahr steht beispielsweise erstmals ein professionelles Bewerbungstraining auf dem Programm. Alle Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe bewerben sich übungshalber auf zwei Stellenanzeigen des Konzerns. „Bewerbungen, die den formellen Anforderungen nicht genügen, werden direkt wieder zurückgeschickt“, erläutert Vermaaten. Von den rund 40 Bewerberinnen und Bewerbern lädt das Unternehmen dann die sechs Besten zu einem Vorstellungsgespräch ein.
„Wir erwarten, dass die Jugendlichen bereits beim telefonischen Kontakt einen guten Eindruck machen, beim Vorstellungsgespräch vernünftig gekleidet sind und während des Gesprächs möglichst selbstsicher wirken“, erklärt Frohn. Das Bauunternehmen stellt auch im Straßenbau ein – im laufenden Jahr sind es drei Ausbildungsstellen. Bevorzugt werden diejenigen Hauptschüler übernommen, die sich schon in der Praxis, nämlich beim Projekt „Mathematik in der Baustelle“, bewährt haben. Dazu Frohn: „Unsere Poliere wissen genau, wer zu uns passt.“ Alle Neuntklässler bekommen jedoch eine fundierte, aufbauende Rückmeldung.
Motivierte Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Kooperationspartner: Für Schulleiter Vermaaten ist die Lernpartnerschaft ein „Sechser im Lotto“.
Auch Sie haben eine vorbildliche Kooperation, die Sie hier gerne vorstellen möchten? Dann wenden Sie sich bitte an uns und schreiben uns eine E-Mail. Wir freuen uns auf Ihren Vorschlag: franken(at)partner-fuer-schule.nrw.de
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