Praxisbeispiel 1: Das Coaching Tandem aus Essen
Die Schulleitung:
Roswitha Tschüter - seit zehn Jahren Leiterin der Hauptschule Karnap, einer „sozialen Brennpunktschule“.
Frau Tschüter engagiert sich außerdem in einem Qualitätszirkel Essener und Duisburger Hauptschulleitungen und entwickelt neue Konzepte zur Qualitätsverbesserung ihrer Schulform.
Der SeniorExperte:
Karl Heinz Müller - ehemaliger Manager in der Medizinwirtschaft
Das Coaching Tandem – ein gutes Team
Frau Tschüter hat als Schulleitung bereits an zahlreichen Fortbildungen zum Thema „Managementtätigkeiten“ teilgenommen, da sich aus ihrer Sicht der Bedarf für ein Qualifizierungsangebot auf Seiten der Schulleitungen massiv gesteigert hat:
„Die Erweiterung der Kompetenzbereiche der Schulleitungen hat eine Fülle von neuen Aufgabenfeldern wie Qualitäts-, Projekt- und Budgetmanagement, Personalentwicklung und -führung sowie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit mit sich gebracht. Darauf sind wir aber durch unser pädagogisch geprägtes Studium nicht vorbereitet.“
Daher interessierte sie sich für das Projektkonzept von „Schulleitungscoaching durch SeniorExperten NRW“ von Beginn an.
„Die Idee, den Schulleitungen einen persönlichen Berater zu vermitteln, der uns mit seinen Erfahrungen und seinem Fachwissen wirklich individuell unterstützt, hat mich sofort fasziniert.“
Um Unterstützung zu bekommen, besuchte Roswitha Tschüter Anfang Mai 2007 einen „Marktplatz“ in Essen, auf der SeniorExpertinnen und -Experten sowie interessierte Schulleitungen zusammentrafen.
Solche „Marktplätze“ werden von der Stiftung Partner für Schule NRW in allen Projektregionen veranstaltet.
In Essen war auch Karl-Heinz Müller zu Gast, Manager aus der Medizinwirtschaft im Ruhestand, der sich gerne im Schulbereich ehrenamtlich engagieren wollte.
„Auf dem Essener Marktplatz bin ich dann direkt mit Frau Tschüter ins Gespräch gekommen. Wir haben uns wirklich sehr gut fachlich ausgetauscht. Nach einer kurzen Schnupperphase sind wir dann gleich an die Arbeit gegangen, sprich in den schulischen Alltag eingestiegen. Hier musste ich feststellen, dass auch vieles für mich neu und unbekannt war. So war eigentlich vom Start weg unsere Zusammenarbeit von beiderseitigen Lernprozessen geprägt.“
Die Themen des Coachingprozesses werden mit Schulleitung und Coach individuell unter Berücksichtigung der vereinbarten Problemstellungen bearbeitet. Prioritäten wurden dabei immer wieder angepasst. Hierzu bemerkt Schulleiterin Tschüter:
„Bei unseren ersten Treffen waren die Verbesserung der Büroorganisation und der Kommunikationsstrukturen innerhalb der Schulleitung und mit dem Kollegium das Hauptthema. Auch habe ich Herrn Müller gebeten, an einer Lehrerkonferenz teilzunehmen und mir mein Verhalten als Konferenzleiterin zurückzuspiegeln.“
Heute verhält es sich etwas anders, verrät Karl-Heinz Müller:
„Aus der Sicht von Frau Tschüter fungiere ich heute in erster Linie als ihr persönlicher Coach, der ihren ereignisreichen und von vielen organisatorischen Herausforderungen geprägten Alltag mit Verständnis, Rat und kritischem Blick begleitet.“
Der Coachingprozess
Die Zahl und Dauer der Treffen hängt von der jeweiligen Situation der Schulleitung ab und berücksichtigt die zeitlichen Möglichkeiten sowie die Ambitionen der Partnerinnen und Partner. Im Allgemeinen treffen sich die Tandems alle drei bis vier Wochen, manchmal auch häufiger – wenn es die gemeinsame Aufgabe erfordert.
Als unabdingbare Vorraussetzung für einen erfolgreichen Coachingprozess gilt nach Ansicht der Beteiligten, dass die Mitglieder der jeweiligen Tandems vertrauensvoll miteinander arbeiten und voneinander lernen wollen.
Ein guter Coach hält demnach seiner Partnerin oder seinem Partner den Spiegel hin und bringt gleichzeitig seinen großen Erfahrungsschatz aus der Wirtschaftswelt mit ein. Für die Zielerreichung im Schulalltag bleibt aber natürlich letztendlich jedoch die Schulleitung alleine verantwortlich.
Mitmachen lohnt sich
Wie auch die Ergebnisse der wissenschaftlichen Projektevaluation belegen: für Roswitha Tschüter und viele andere gecoachte Schulleitungen ist das bisher an ihrer Schule Erreichte ein großer Erfolg:
„Auch wenn es selbst für meinen Berater eine schwierige Aufgabe ist, erfolgreiche PR-Arbeit in einem sozialen Brennpunkt im nördlichen Ruhrgebiet zu leisten – es ist möglich. Eine gut beratene Schule, die pädagogisch wertvolle Arbeit leistet, kann entscheidend dazu beitragen, das vielfach vorhandene negative Image der Hauptschule ins Positive zu wenden.“
Und im Hinblick auf die weitere Kooperation mit „ihrem“ SeniorExperten ergänzt sie:
„Ich werde jede Chance nutzen, mich durch die professionelle Hilfe von Karl-Heinz Müller persönlich weiter zu qualifizieren und mein Managementwissen sowie meine Managementkompetenzen weiter zu vertiefen.“
Wenn Sie an dem Projekt „Schulleitungscoaching durch SeniorExperten NRW“ als Schulleitung oder SeniorExperte teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte per Kontaktformular bei der Stiftung Partner für Schule NRW an.
Sie haben noch Fragen zu Voraussetzungen und Ablauf des Projekts? Dazu haben wir einige FAQs (Häufig gestellte Fragen und Antworten) für Sie als Schulleitung oder SeniorExperte zusammengestellt.
Sie sind selbst Teil eines Coaching Tandems und würden Ihre Zusammenarbeit hier gerne vorstellen?
Dann wenden Sie sich bitte per Email an die Projektleiterin Ariane Rademacher.
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