
Da ist der Kollege, der sich selbst am liebsten reden hört, oder jener, der Änderungsvorschläge mit Kommentaren wie "Das haben wir doch schon immer so gemacht" beiseite wischt. Und die dritte, die nur auf die Uhr schaut, oder diejenige, die Schaukämpfe mit der Schulleitung ausficht … Konferenzen in der Schule haben eine ganz eigene Dynamik.
- Vorbereitung ist alles. Wenn eine Konferenz effektiv ablaufen soll, muss sie inhaltlich und zeitlich geplant und strukturiert werden. Je nach Größe der Schule von einer oder mehrerer Personen.
- Ziele festlegen. Bereits bei der Planung muss klar sein, was bei jedem Thema erreicht werden soll: Information? Aktivitäten? Oder sollen Beschlüsse gefasst werden?
- Reihenfolge der Tagesordnungspunkte festlegen. Fragen mit Zündstoff keinesfalls zu Anfang behandeln. Wenn Themen nur einen Teil der Konferenzmitglieder betreffen – raus damit! Sie können besser in kleinen Gruppen geklärt werden. Alternativ können die Konferenzteilnehmer auch für eine bestimmte Zeit in Gruppen aufgeteilt werden.
- Zeitplan vorgeben. Schon bei der Einladung zu einer Konferenz eine Anfangs- und eine Endzeit vorgeben. Je nach Umfang der Tagesordnung kann auch eine Zeitleiste sinnvoll sein. Das schafft Klarheit für die Teilnehmer. Mit Hinweis auf den Zeitplan lassen sich dann auch Diskussionen abkürzen.
- Vorab-Informationen geben: Informationen über komplexe Sachverhalte müssen allen im Vorfeld vorliegen. Niemand kann beispielsweise zügig über das achtseitige Schulcurriculum im Fachbereich Sozialwissenschaften abstimmen, wenn das Papier während der Sitzung erst als Tischvorlage herumgereicht wird. Oder noch schlimmer: Wenn erst ein Kollege losziehen muss, um die Vorlage zu kopieren.
- Input einplanen. Sobald feststeht, welche Kollegen in einer Konferenz auf jeden Fall zu Wort kommen müssen – beispielsweise um ein neues Projekt vorzustellen –, sollten diese darüber informiert werden. Außerdem sollte besprochen werden, wie viel Zeit der jeweilige Lehrer für seinen Beitrag benötigt. Das hilft sowohl dem Vorbereitungsteam bei der Zeitplanung als auch dem betreffenden Lehrer, weil er genau einschätzen kann, was von ihm erwartet wird.
- Unterschiedliche Methoden nutzen. Was im Unterricht gut ist, funktioniert auch in Gremien: Eine Visualisierung kann zum Beispiel auf ein Thema einstimmen. Ein Meinungsbild dagegen lässt sich auch mit Moderationskarten oder Klebepunkten ermitteln. Angenehmer Nebeneffekt: Das Aufstehen lockert nicht nur die müden Glieder der Teilnehmer, sondern auch die Atmosphäre auf.
- Moderieren, moderieren, moderieren! Im Lauf einer Konferenz geht es oft um weit mehr als nur Inhalte. Mal werden im Subtext zwischenmenschliche Auseinandersetzungen ausgetragen, mal wird allgemein geklagt. Hier sollte der Konferenzleiter unbedingt auf eine ergebnisorientierte Diskussion hinwirken. Auch Moderationsteams sind möglich. Oder die Schulleitung kann die Moderation von Teilen der Konferenz an ein Mitglied des Kollegiums abtreten.
- Aktiv Protokoll führen. Der Protokollant muss nicht nur passiver Chronist sein. Vor allem bei ausufernden Diskussionen kann er durch Fragen wie "Was soll ich denn jetzt als Ergebnis notieren?" die übrigen Teilnehmer der Konferenz zurück zum Kern einer Frage führen.
- Evaluieren. Das Vorbereitungsteam der Konferenz sollte abschließend den Verlauf der Sitzung noch einmal unter die Lupe nehmen: Was hat gut geklappt, was könnte man besser machen? Denn eines ist sicher: Die nächste Konferenz kommt bestimmt!
CHRISTINA LÜDEKE
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