Persönlich

31. Oktober 2011 - 3/2011

Die Letzten ihrer Art

Ein rüstiger Kegelclub in Greven teilt nicht nur die Liebe zum Kegelsport, sondern auch die berufliche Profession.

Kegelbrüder: Seit mehr als 100 Jahren gibt es die
Pädagogenrunde 'Alphabetica'. Nachwuchs allerdings fehlt.Im Alter eine ruhige Kugel schieben? Ab und zu kommt das schon mal vor, in der Regel haben die Würfe der "Alphabetica" aber noch ordentlich Schmiss. Alle zwei Wochen treffen sich die sechs rüstigen Kegler in der Nieland-Schänke in Greven zum Kegeln, Essen und Klönen. Stoff für die Unterhaltungen ist genügend vorhanden, schließlich haben die Vereinsmitglieder neben ihrem Hobby noch eine andere Gemeinsamkeit: Sie alle sind, oder waren, Lehrer.

Josef Berkenheide, Schulleiter der St. Josef- Grundschule, ist mit 61 Jahren mit Abstand der Jüngste in der Runde – und der einzige der sechs Pädagogen, der noch nicht pensioniert ist. Der Altersdurchschnitt unter den Kegelbrüdern liegt bei stolzen 70 Jahren. Ulrich Wieners, ehemaliger Lehrer an der Josefsschule, ist mit 84 Jahren das älteste Mitglied und oberster Archivar der "Alphabetica". Er stieß 1955 zum Verein, eine Familientradition: Sein Vater August war einer der Mitbegründer vor über 100 Jahren. Damals wollten sich die Lehrer in der ländlichen Region organisieren. Der 14-tägige Turnus, in dem sich schon damals die Mitglieder des exklusiv für Männer vorgesehenen Vereins trafen, ist bis heute erhalten geblieben. Nur die Anzahl der Namen auf der Punktetafel werden stetig weniger. Eigentlich ist Nachwuchsakquise in den Lehrerzimmern von Greven gefragt – aber "die jungen Kollegen interessieren sich heute für andere Dinge", sagt Ulrich Wieners.

JULIA HEER

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