„Heutzutage brauchen Kinder und Jugendliche einen kreativen und verständnisvollen Umgang mit der Mathematik“, sagt Rudolf vom Hofe, Professor für Didaktik der Mathematik an der Universität Bielefeld. Spielerisch Mathematik zu lernen, ohne die Brücken zur Wissenschaft abzubrechen, ist im Arithmeum in Bonn längst schon Wirklichkeit. Bernhard Korte, Direktor des Forschungsinstituts für Diskrete Mathematik, hat die weltweit umfassendste Sammlung historischer Rechenmaschinen zusammengetragen. Diese mechanischen Ahnen des elektronischen Taschenrechners und der modernen Computer werden im künstlerisch inspirierten Ambiente des Arithmeums präsentiert. Hier können Grundschulkinder beispielsweise erkunden, wie Menschen gerechnet haben, als es noch keine Taschenrechner gab, und wie die Römer mit Kugeln am Abakus, einem Rechenbrett, zählten. Sie erfahren, wie es sich anfühlt, an einer historischen Rechenmaschine vom Beginn des vorigen Jahrhunderts zu kurbeln und auf mechanischem Wege Rechenaufgaben zu lösen.
Das Schulprogramm „Diskrete Mathematik“ für Jugendliche vermittelt spielerisch, aber auf hohem Niveau, einen Einstieg in diese anwendungsbezogene Richtung der Mathematik. In dem erst seit 2007 bestehenden Programm werden Neunt- und Zehntklässler in vier Doppelstunden an die diskrete Mathematik herangeführt, einen Teilbereich der Mathematik, der sich mit endlichen Mengen beschäftigt und heute in der Welt der Informationstechnologie äußerst gefragt ist. Die Flugpläne der Verkehrsflugzeuge beruhen genauso auf den Berechnungen der diskreten Mathematik wie das GPS-Navigationssystem. Zur bedeutendsten Anwendung der diskreten Mathematik kommt es beim Design von Computerchips. Durch ihre Berechnungen verkürzen die Wissenschaftler die Länge der Verdrahtungen zwischen Millionen von Transistoren im Chip und beschleunigen dadurch alle modernen Rechner enorm. Im Arithmeum haben Jugendliche selbst Gelegenheit, in multimedialen Computerprogrammen an der optimalen Verdrahtung der Transistoren zu tüfteln. „Die Lösungen der diskreten Mathematik sind immer auch ästhetisch“, sagt Museumsleiterin Ina Prinz. So ist es kein Zufall, dass die Modelle der Mathematiker eine große Nähe zu konstruktiven Kunstwerken im Museum aufweisen – eine Verführung in die schöne neue Welt der Zahlen.
Arithmeum im Forschungsinstitut für Diskrete Mathematik der Universität Bonn, Lennéstraße 2, 53113 Bonn, Tel.: 0228 738790, www.arithmeum.uni-bonn.de
Natur, Technik, Wirtschaft, Gesellschaft - kein Bereich, der heute nicht mit Zahlen durchdrungen wird. Die spannende und unterhaltsame Ausstellung möchte Berührungsängste abbauen und die Bedeutung von Zahlen im modernen Leben darstellen. „Zahlen, bitte! Die wunderbare Welt von null bis unendlich“ präsentiert insgesamt dreihundert Ausstellungsstücke, neunzehn Medienstationen und zehn so genannte Hands-on-Exponate aus der Welt der Zahlen. Kinder und Jugendliche können sich ein Bild davon machen, wie die Welt immer lückenloser vermessen wird und wie das Aussehen von Blüten, Tannenzapfen oder Blumenkohl von einer mathematischen Sequenz bestimmt wird. Sie lernen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, sechs Richtige im Lotto zu ziehen und dass es ähnlich unwahrscheinlich ist, zufällig den Zahlencode eines Tresors zu knacken, was sie auch gleich selbst ausprobieren können.
Heinz Nixdorf Museums-Forum, Fürstenallee 7, 33102 Paderborn, Tel.: 05251 306600, www.hnf.de
Auf dem Mathematikschiff MS Wissenschaft erfahren Schülerinnen und Schüler, was Riesenwellen oder Reiskörner mit Mathematik zu tun haben und warum die U-Bahn nicht einfach so fünf Minuten früher fahren kann. Zahlreiche interaktive Exponate und Spiele machen die vermeintlich abstrakte Wissenschaft für Kinder und Jugendliche greifbar und zeigen sehr anschaulich, in welchen Bereichen der moderne Mensch auf die Mathematik zählen kann. Bis zum 5. September 2008 lädt die Ausstellung auf 600 Quadratmetern die Mathematikinteressierten zum Ausprobieren, Mitmachen und Mitforschen ein. Mit Wissenschaft im Dialog und seinen Partnern ist das Schiff der Wissenschaft wieder in ganz Deutschland unterwegs und bringt die Mathematik einer breiten Öffentlichkeit nahe. Die MS Wissenschaft befährt die deutschen Wasserstraßen im siebten Jahr und läuft als „Matheschiff“ rund dreißig Städte in Deutschland an.
Stationen der MS Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen: 4. Juli Bonn, 6. bis 9. Juli Dortmund, 11. bis 13. Juli Bergkamen, 14. bis 16. Juli Münster – der Tourplan ist im Internet veröffentlicht: www.wissenschaft-im-dialog.de
Jahr der Mathematik
www.jahr-der-mathematik.de