forum schule. - Magazin für Lehrerinnen und Lehrer

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editorial


Josef Micha Roland Berger

Liebe Leserin, lieber Leser,

jede dritte Schülerin und jeder dritte Schüler in Nordrhein-Westfalen stammt aus einer Familie mit Zuwanderungsgeschichte. Für viele von ihnen ist es nicht immer leicht, sich in der Schule zu behaupten; unzureichende Deutschkenntnisse und kulturelle Barrieren erschweren erfolgreiche Bildungskarrieren.

Das Thema Zuwanderung und Bildung muss jedoch nicht immer nur als Geschichte von Misserfolgen erzählt werden. Es gibt positive Beispiele, von denen man lernen kann. Der Soziologe Ulrich Raiser ist der Frage nachgegangen, wie es junge Zuwanderer geschafft haben, im Bildungswesen aufzusteigen. Die Ergebnisse seiner Untersuchung stellt Raiser in der Titelgeschichte dieser Ausgabe ab Seite 10 vor.

Dabei wird deutlich, dass erfolgreiche Schulkarrieren ohne Unterstützung der Eltern kaum möglich sind. Zugewanderte Mütter und Väter haben ein großes Interesse an der Schulbildung ihrer Kinder. Doch viele wissen nicht, wie sie ihre Kinder unterstützen können. Es ist deshalb ganz entscheidend, dass sich Lehrerinnen und Lehrer um eine intensive Elternarbeit kümmern. Wie das aussehen kann, zeigen die Beispiele auf den Seiten 16 und 17.

Außerdem ist das das Beherrschen der deutschen Sprache eine Grundvoraussetzung für schulischen Erfolg. Mit der Reform der Lehrerausbildung wird es zukünftig für alle Studierenden verpflichtende Einheiten Deutsch als Zweitsprache geben. Die Leiterin der RAA Christiane Bainski erläutert auf den Seiten 18 und 19, warum die Sprachförderung eine Aufgabe für alle Lehrerinnen und Lehrer ist.

Darüber hinaus ist es mit Sprachförderung allein nicht getan. Für Zuwanderer-Kinder ist es ebenso wichtig, die gesellschaftlichen Umgangsformen zu kennen, wenn sie die Hoffnung ihrer Eltern auf sozialen Aufstieg verwirklichen wollen. Als Beitrag zur interkulturellen Pädagogik kann der Artikel von Ahmet Toprak auf den Seiten 22 und 23 gesehen werden. Aus der Praxis seiner Arbeit mit türkischen Jugendlichen heraus beschreibt der Erziehungswissenschaftler, wie Lehrerinnen und Lehrer auffälligen Jugendlichen Grenzen setzen können – unabhängig von der Herkunft.

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