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Über die Gültigkeit mathematischer Beiweise und die Aussagekraft mathematischer Vermutungen
In der Mathematik gibt es
einige Probleme, die für Schülerinnen und Schüler unmittelbar
verständlich sind und deren Konsequenzen für ein wissenschaftliches
Weltbild unbedingt diskutierbar sind.
Die berühmte Fermatsche Vermutung
Es gibt Zahlen, die so schöne Gleichungen wie 32 + 42 = 52 erfüllen.
Aber es gibt keine Zahlen x, y, z mit denen man x3 + y3 = z3 hinbekommt
(ebenso wie für x4 usw.). Es hat von der Formulierung dieser Vermutung
bis zu einem ersten Beweis über 350 Jahre gedauert. Diesen Beweis, der
Hunderte von Seiten umfasst, können aber nur wenige Mathematiker in
seiner Gänze verstehen und immer nur in Teilen überprüfen. Wie können
wir also sicher sein, dass die sich nicht irren? Ab wann ist ein Beweis
gültig? (Einen sehr spannenden Bericht dieses
Wissenschaftskrimis gibt der britische Journalist Simon Singh: Fermats
letzter Satz - Die abenteuerliche Geschichte eines mathematischen
Rätsels. Carl Hanser Verlag, 1998.)
Die Vierfarbenvermutung
Um eine Landkarte so zu färben, dass benachbarte Länder nie dieselbe
Farbe erhalten, genügen vier Farben - so vermutete man seit der Mitte
des 19. Jahrhunderts. Es brauchte über hundert Jahre, bis zwei
amerikanische Mathematiker 1976 einen Beweis vorlegten. Sie mussten
dazu einen Computer hinzuziehen, der mehrere Tausend Stunden rechnete.
Wer will das Programm und die Arbeit dieses Computers überprüfen? Gilt
der Beweis?
Die Goldbachvermutung
Primzahlzwillinge sind zwei Primzahlen, die im Abstand 2 unmittelbar
aufeinander folgen, z.B. 3 und 5, oder 107 und 109. Gibt es davon
unendlich viele? Apostolos Doxiadis beschreibt in seinem hinreißenden
Roman "Onkel Petros und die Goldbachsche Vermutung", wie diese Frage
einen Menschen in den Wahnsinn treibt. Vielleicht handelt es sich um
eine Vermutung, die weder wahr noch falsch ist?
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